Mai 11 2011

Und wer zahlts?

„Und wer zahlts?“ fragt der Kabarettist Gerhard Polt auf seinem Album u. Und Mit der Frage „wer zahlt wieviel?“ hat sich eine Studie beschäftigt, die die Kosten eines atomaren Super-GAUs errechnete.

6000 Milliarden Euro hat die Studie von Markus Rosenbaum (Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig GmbH) als Maximalschaden eines atomaren Super-GAU angegeben. Darin enthalten sind bereits Ausgaben für Menschen, die an Krebs erkranken, Schadenersatzzahlungen für volkswirtschaftliche Schäden, Entschädigungen für Angehörige sowie Kosten für die Beseitigung von Naturschäden.

Wer soll nun die Kosten für einen Unfall tragen? Die Versicherer können diese Summen nicht tragen, das Geschäft wäre bei einem einzigen GAU unrentabel.

Atomstrom kostet gegenwärtig 2 Cent pro kWh, „Der Spiegel“ rechnet vor, das die Schadenssumme sich durch Aufschläge im Strompreis von 4 Euro je Kilowattstunde über 10 Jahre hin aufbringen ließe. Das wären für einen Haushalt mit vier Personen eine Summe von etwa 20.00 Euro / Jahr an Mehrkosten (für einen angenommenen Verbrauch von 5000 kWh, für die gesamte Zeit 200.000 €.

Natürlich stehen hinter den Zahlen viele Variablen und unbekannte Größen, aber die Tatsache, dass Wirtschaftsunternehmen (nichts anderes sind AKW-Betreiber) mit einem Risiko wirtschaften, dass sie selbst nicht tragen können, ist ethisch nicht zu vertreten. Am Ende steht der Steuerzahler für den finanziellen Schaden ein, den Schaden an Leben und Umwelt kann sowieso nicht wieder gut gemacht werden.

Allerdings wurde die Studie im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie erstellt. Aber „wer zahlt hat recht“ lautet ein bayerisches Sprichwort.