Mrz 4 2014

Geschichten vom Berg

Ich bin bislang vom Bergfieber verschont geblieben, das mittlerweile auch unter meinen Altersgenossen wütet. Nun hat es mich doch erwischt. Aber nicht ganz freiwillig.

Für eine Reportage bekam ich so seltsame Skier mit Fellen unter die Füße geschnallt und bin dann  dem Hüttenbesitzer zu seiner Berghütte nachgekeucht. Der gute Mann (um einiges älter und vielfaches fitter) hat mir dann aus seinem Leben erzählt. Oder aus mehreren.
Das_Ende_der_Spuren_im_Schnee_pdf


Jan 8 2014

Ein Versuch: Löwenschulterpolstersamen

Ich habe eine kurze Geschichte geschrieben. Eine Geschichte über das Sterben, das Vergessen und die Würde. Darüber, dass ein Fenster meist einen Ausblick bietet, manchmal aber auch einen Ausweg.

 

Löwenschulterpolstersamen

Ich krieche in das noch warme, fremde Bett, in dem gerade noch ein anderer Mensch gelebt hat. Continue reading


Nov 28 2012

Einmaleins der Milliarden

 

 

 

 

 

 

 

 

43 Milliarden Euro. Und jetzt? Ich fühle nichts. Ich habe lediglich diese leise Ahnung, dass es wohl mehr Geld sein könnte, als ich je in meiner Brieftasche haben werde. 43 Milliarden, das ist die Summe die Griechenland von der Euro-Zone bis Ende März 2013 erhalten soll. Diese Zahl mit neun Nullen, für den griechischen Finanzminister ist sie einmal mehr die Rettung vor der Pleite, zumindest ein Aufschub. Für alle anderen ist sie – nichts.

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Sep 25 2012

Fremde Engel

Sein Brustkorb ist eingefallen. Seine Schulterblätter treten hervor. Wie Engelsflügel. Nach dem Abitur will er Psychologie studieren. Aber er weiß nicht wie lange sein Herz noch die Kraft hat zu schlagen.

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Mrz 9 2012

Das Netz jagt einen Massenmörder

Can we Kony2012? Yes we can, scheinen die Millionen Clicks, Views, Likes und sonstige digitale Messgrößen zu schmettern. 50 Millionen Views auf Youtube ist eine Menge Holz, besonders wenn die in fünf Tagen zusammen kommen. Was ist das, Kony2012? Seit wenigen Tagen ist Joseph Kony einer der bekanntesten Figuren im Web. Zu verdanken hat er es der Kampagne Kony 2012. Sie möchte ihn berühmt machen, um ihn hinter Gitter zu bringen. Das ist ambitioniert.

Joseph Kony @http://artistsagainstcorruption.wordpress.com/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dez 2 2011

Die Stille nach dem Aufschrei

Ein Kommentar aus unberufenen Mund. Über Gräben und Kämpfe, Schule und Turnhalle, Geschrei und Stille und warum Stuttgart nicht weit weg von Petting ist.

Der Schrei von Edward Munch (1893)

In der Physik gibt es negativ geladene und positiv geladene Teilchen. Elektronen und Positronen. Ein Gegenpaar. Treffen beide aufeinander, vernichten sie sich gegenseitig. Es ist ein Naturgesetzt, dass unsere Welt zusammenhält und gleichzeitig teilt. Dass der Mikrokosmos Petting sich zwei Hälften teilen muss, ist hingegen noch in keinem Naturgesetz bislang festgehalten worden. Wie also konnte es soweit kommen, das aus einem ambitionierten und begrüßenswerten Projekt ein Debakel wurde, in dem es keine Sieger, sondern nur noch Verlierer geben konnte?

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Nov 28 2011

Creezy – Seelen-Stripteas für Netzwärme

Creezy ist Berlinerin, freie Fotografin, verschuldet, vom Sozialstaat aufgefangen, jetzt wohnungslos. Die Schlösser ausgetauscht, das Hab und Gut gepfändet. Soweit so schlecht. Soweit nichts neues.

Creezy ist Bloggerin, etwa 3000 Einträge haben ihr eine große Leserschaft beschert und gesichert. Und dieser Blog scheint vielleicht ihre letzte Chance zu sein, das Ruder ihres Lebens nochmal rumzureißen.

Lest selbst ihre schonungslose Offenbarung und staunt über die Hilfsbereitschaft und Dynamik, die sich aus diesem Seelen-Striptease entwickelt hat. Und dann teilt es. Mal sehen ob das Netz mehr Hilfe und Nestwärme geben kann, als sie in ihrem Alltag bisher erfahren hat.

 


Nov 23 2011

Nie wieder Tauben vergiften im Park

 

 

 

 

 

 

 

 

“In Österreich wird er erst dann so richtig “berühmt” werden, wenn er – G’tt behüte – gestorben ist.”

Nun ist es soweit. Georg Kreisler ist im Alter von 89 Jahren in Salzburg gestorben. Und mit ihm ein wunderbarer Autor, Musiker und Kabarettist gestorben. Kreisler verpackte messerscharfe Beobachtung in ätzenden Wortwitz und rammte seine scharfzüngigen Texte in den Rücken seiner Zuhörer. Continue reading


Nov 16 2011

Klose, Käse und Krieg im Blätterwald


Sie macht einfach Spaß. Die ausländische Sportpresse nimmt sich selbst nicht so ernst wie ihre deutschen Kollegen (mit Ausnahme der Bild) und saß wohl gestern Abend sabbernd und schlotternd vor den TV-Geräten.

El Mundo (Spanien): Deutschland zwingt uns, aufzuwachen. Wenn man sieht, wie die Deutschen die Niederländer zerstören, während der Welt- und Europameister gegen die Nummer 76 der Welt leidet, sorgt das bei uns für eisige Schauer. Deutschland macht uns Angst.

L’Equipe (Frankreich): Eine Kerze und zwei Aspirin, das ist es, was Laurent Blanc braucht, wenn er sich die DVD von Deutschland anschaut. Die Kerze, um das Schicksal anzuflehen, dass Frankreich nicht in dieselbe Gruppe wie Deutschland kommt bei der EM-Auslosung. Die Aspirin, um das Kopfzerbrechen zu minimieren. Deutschland ist mit Spanien das Team, das um den Titel kämpft, wenn es nicht gar Hauptfavorit ist. Die nächste Vorstellung gibt’s am 29. Februar gegen Frankreich. Laurent Blanc kann die Aspirin bereitlegen.

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Okt 27 2011

Ziel sch***egal

Der Weg ist das Ziel. Oder doch nicht? Zielegal? nennt sich eine Plattform zur Reisevermittlung, die einen interessanten Ansatz verfolgt. Für alle, die zwar wissen, was sie sich von ihrer Reise erwarten und das Reiseziel erstmal egal ist, haben die Jungs ein nettes Auswahl-Tool entwickelt.

Erstmal den Charakter der Reise auswählen. Männlich-abenteuerlich oder Wellnes-Romantik? Sport oder Kultur? Die entsprechenden Regler können in drei Schritte zwischen wenig und viel positioniert werden. Wer will allerdings eine Reise, die wenig Kultur, kein Sport aber auch keine Erholung, weder Abenteuer noch Romantik bietet? Immerhin werden zu dieser Auswahl Reisen in 93 Länder gefunden. Die richtigen Eingrenzungsoptionen liegen eine Ebene tiefer. Budget, Klima, Reisezeitraum und Dauer, diese Optionen bringen einen näher an die richtige Reise.

Mit einem Budget von 1000 Euro, und zwei Wochen Zeit empfiehlt mir die Software eine zehntägige Skitour in Schweden. Ob da wirklich wenig Sport und wenig Natur geboten wird? Dass dieser Urlaub kein romantischer Wellness-Urlaub ist, da bin ich mir sicher.

Für Reiseanbieter ist es eine tolle Sache, die Beta-Version bietet eine Gratis-Anmeldung und die Plattform verzichtet in der Test-Phase auf Provisionen. Die Plattform lebt natürlich nicht allein von schönen Urlaubsbildern, sondern möchte sich über Provisionen für “qualifizierte Anfragen” verdienen, die laut eigener Aussage sich auf 10 – 20 Euro belaufen, abhängig vom Wert der angefragten Reise. 513 Reisen sind bislang im digitalen Katalog der Plattform, das ist schon ein ordentliches Fundament. Trotzdem bleibt die und die Frage, wie grün eine “Grüne Reise” nach Thailand eigentlich sein kann, die es ebenfalls als Auswahlkriterium gibt.

Alles in allem ist es ein gelungener Ansatz, wo sonst schwingen so große Erwartung und Emotionen mit wie bei der Auswahl des Urlaubsziels? Das Pferd auch einmal rückwärts aufzusatteln und zu fragen, “was will ich” anstelle “wohin will ich”, es war nur ein logischer Schritt. Intermediäre und Vermittler werden als Geschäftsmodell im selben Maße interessanter, in dem das Online-Angebot zunimmt und die Konsumenten immer häufiger ihre Suche im Eingabefeld von Google beginnen.

Ähnliches versuche ich mit Michael Liebert von michael-liebert.de auch für das Weinsegment zu entwickeln. Die Parallelen sind unverkennbar: Eine unerschöpfliche Produktvielfalt, viele Hersteller, noch mehr Anbieter, eine riesige Preisspanne und reinbeissen und vorher testen kann man weder in eine Reise als in eine Flasche Wein. Also muss eine Typisierung der eigenen Bedürfnisse her. Bloß: Wie schmeckt ein abenteuerlustiger Wein?